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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Antibiotikaminimierungskonzept: Weniger Antibiotika dank gesunder Tiere

Ziele der 16. AMG-Novelle

Gesetzliche Grundlagen

Am 16. Oktober 2013 wurde die 16. Neufassung des Arzneimittelgesetzes verabschiedet. Es tritt am 1. April 2014 in Kraft und regelt die Einführung eines Antibiotikaminimierungskonzeptes für Masttiere. Durch die Verbesserung der Tiergesundheit soll erreicht werden, dass weniger Antibiotika eingesetzt werden müssen. Gleichzeitig sinkt damit die Gefahr der Ausbreitung resistenter Bakterien.

Ab 1. April 2014 sind deshalb die Halter von Masttieren (Ferkel, Schweine, Kälber, Rinder, Hähnchen und Puten) verpflichtet, Daten zu ihren Tierhaltungen mitzuteilen. Ab 1. Juli tragen die Tierhalter alle Anwendungen von Antibiotika in eine zentrale Datenbank ein. Zusätzlich wird erfasst, wie viele Tiere in dem Bestand gehalten werden. Der Zu- oder Abgang von Tieren eines Betriebes wird ebenfalls in der Datenbank erfasst.

Auf Grundlage dieser Meldungen wird für jedes Halbjahr die Therapiehäufigkeit eines Betriebes berechnet. Sie besagt, an wie vielen Tagen im Halbjahr ein Tier im Durchschnitt mit einem antibiotischen Wirkstoff behandelt wird. Tierhalter, deren Tiere überdurchschnittlich oft behandelt wurden, ergreifen abgestuft Maßnahmen, um die Gesundheit ihrer Tiere zu verbessern und dadurch den Antibiotikaverbrauch zu senken. Schwerpunkte liegen dabei auf der Vorbeugung von Krankheiten und der Gesunderhaltung der Tiere, denn gesunde Tiere benötigen keine Antibiotika. Bei der Festlegung der Maßnahmen sind die Betriebe verpflichtet, tierärztlichen Rat einzuholen.

Sollten die Verbesserungen nicht den gewünschten Erfolg erzielen, kann das Veterinäramt weitere Maßnahmen wie z.B. Impfungen veranlassen. Mit dieser Neuerung schlägt das Arzneimittelgesetz eine Brücke zur Gesetzgebung in den Bereichen Tiergesundheit.

Fünf Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes berichtet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen (Evaluierung).

Im Folgenden finden sich Links zu den EU-weiten und nationalen gesetzlichen Grundlagen sortiert nach Themengebieten.

Nationale Gesetzgebung

EU-Gesetzgebung